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Laufende For­schungs­pro­jekte

Aufbruch in die Moderne: (1890-1960): Gender Studies in der in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Musikliteraturforschung

Projektlaufzeit: 01.07.2017 - 30.09.2022

Schwarz-Weiß-Aufnahme von Frau (Margarete Quidde) in Wohnraum © Münchner Stadtmuseum
Portrait Margarethe Quidde
Handgeschriebener Text auf vergilbtem Papier: Tagebucheintrag von Margarete Quidde © Münchner Stadtbibliothek ​/​ Monacensia
Margarethe Quidde: Tagebucheintrag vom 03.02.1926

Projektbeschreibung

Das von der Mariann Steegmann Foun­da­tion geförderte Projekt "Aufbruch in die Moderne (1890-1960): Gender Studies in der in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Musikliteraturforschung" setzt sich methodologische, diskurskritische und historiographische Forschungsziele.  Zum einen sollen die Mög­lich­keiten und der Nut­zen aktueller Ent­wick­lungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Genderforschung im in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Feld der Musikliteraturforschung zum 20. Jahrhundert ausgelotet wer­den. Zum anderen gilt es, unter kanonkritischen Gesichtspunkten die Werke musikliterarisch intensiv beforschter Autoren (wie Rainer Maria Rilke, Thomas Mann oder Thomas Bernhard) denjenigen weitgehend vergessener, jedoch musikalisch profund ausgebildeter Autorinnen gegenüber zu stellen. Nicht zuletzt wird im Projekt die Vernetzung un­ter­schied­li­cher Ansätze und Institutionen einer diversitätsorientierten Musikliteraturwissenschaft erprobt. Das Projekt geht in diesem Zu­sam­men­hang ins­be­son­de­re Fragen der Autorschaftsforschung nach.

Das Projekt reagiert überdies auf die aktuellen Ent­wick­lungen in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern, Ansätze der Gender Studies mit multiplen Ansätzen aus der Diversitätsforschung zu kombinieren. Dabei gilt es zu prü­fen, wel­che neuen Er­geb­nisse die Ablösung von Gender als alleinige Analysekategorie durch interdependente Kategorien wie Ethnie, Alter, Religion, soziales Milieu u.a.m. zu liefern imstande ist. Historiographisch schließt das Projekt die Forschungslücke zwischen Fin de Siècle und Postmoderne, um künftig von den gut un­ter­such­ten musikliterarischen Diskursen des 19. Jahrhunderts bis zu den Neuansätzen nach 1960 ausgreifen zu kön­nen. Er­geb­nisse einer genderorientierten Musikliteraturforschung zum 20. Jahrhundert sollen dabei auf Wandel und Kontinuität in der ästhetischen Kom­mu­ni­ka­ti­on befragt wer­den. Hierbei sind vor allem die Ansätze aus den Popular Studies relevant.

Erstes und mitt­ler­wei­le abgeschlossenes Ziel des Projekts war die Erstellung einer thematisch einschlägigen und vollständigen Werkbibliographie zu aus­ge­wähl­ten, heute weitgehend vergessenen Autorinnen wie Anna Benfey-Schuppe (1830-1903), Clara Mathilde Faißt (1872-1948), Auguste Götze (1840-1908), Catharina Haaß (1844-1916), Annette Kolb (1870-1967), Anna Morsch (1841-1916), Annie Neumann-Hofer (1867-nach 1944), Margarethe Qudde (1858-1940), Aline Valangin (1889-1986).

 

Seite mit Schreibmaschinentext: Erinnerungen von Aline Valangin © Sozialarchiv Zürich
Aline Valagin: Erinnerungen
Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Frau (Anette Kolb) mit Hut und ausgebreiteten Armen in Wohnzimmer © Münchner Stadtmuseum
Portrait Annette Kolb

Die Bibliographie dient als Aus­gangs­punkt musikliteraturwissenschaftlicher Un­ter­su­chun­gen, die sich auf Zugänge aus der Intersektionalitätsforschung konzentrieren. Im Zen­trum der Un­ter­su­chun­gen stehen etwa die jeweiligen Professionalisierungsstrategien, die zwar im Musikbetrieb nicht er­folg­reich verliefen, den Autorinnen aber im Literaturbetrieb zur Ver­fü­gung standen. Weiterer For­schungs­schwer­punkt sind die sozial interdepenten Rollen, die von den Autorinnen in ihren Text problematisiert wer­den, etwa der Ehefrauen, Gastgeberinnen, Netzwerkerinnen und nicht zuletzt der professionellen Musiker und Musikerinnen. In diese Fragen spielen auch poetologische Probleme hinein, zum Bei­spiel ob und inwiefern mit den ökonomischen Aspekten genderspezifische literarische Genres und deren Pragmatik verbunden sind (Briefe, Tagebücher, Liedtexte, Fortsetzungsromane etc.). Darüber hinaus gilt es zu klären, an wel­che poetologischen und rhetorischen Traditionen diese Texte anschließen und – nicht zuletzt – in welchem Verhältnis die intrikate Verknüpfung von Geschlechterdifferenz und Musik zu anderen identitären Aspekten wie sozialer Herkunft, Bildungsmilieu, Alter, Religion oder Ethnie steht.

Aktuelle Termine

Kon­fe­renz "Große und feine Un­ter­schie­de. Populäre Genres in Literatur, Musik und Film von der Gründerzeit bis in die Weimarer Republik". 23. bis 25. Juni 2021, Evangelische Akademie Hofgeismar.

Projektteam

Prof. Dr. Sigrid Nieberle

Charlotte Lenger (wiss. Hilfskraft)

Anna Olivari (der­zeit in Elternzeit)

Kalender

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Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.