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Call for Papers

CfP // Mehrsprachigkeit in deutschsprachigen Kontexten

© Renate Delucchi

Mehrsprachigkeit in deutschsprachigen Kontexten

In der Reihe "Schnittstelle Germanistik. Forum für Deutsche Sprache, Literatur und Kultur des mittleren und östlichen Europas"

 

Herausgegeben von: Barbara Mertins, Kerstin Leimbrink & Alja Lipavic Ostir

Mehrsprachigkeit stellt aus der globalen Perspektive ein weitläufiges und natürliches Phänomen dar, da weit über die Hälfte der Weltbevölkerung mehrsprachig aufwächst und im Alltäglichen mehrere Sprachen in Anspruch nimmt. Auch in Deutschland und in vielen anderen Ländern, in denen Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache gesprochen wird, stellt Mehrsprachigkeit keinen Ausnahmezustand mehr dar. Die Existenz dieser sprachlichen Vielfalt und der damit einhergehenden Zwei- oder Mehrsprachigkeit sind für den deutschsprachigen Raum synchron und diachron belegt, aber für den Mittel- und Osteuropäischen Sprachraum noch nicht intensiv behandelt worden.

Mehrsprachigkeit existiert in allen Kontexten, in denen entweder mehrere Standardsprachen oder Standardsprachen und Dialekt / Dialekte verwendet werden. Wenn von Mehrsprachigkeit die Rede ist, muss diese nicht in allen Modalitäten vorhanden sein. So zählen auch Menschen, die eine Sprache vorwiegend rezeptiv beherrschen (d.h. in den Modalitäten Verstehen und Lesen), als mehrsprachig. Außerdem können auch Menschen, die später im Leben eine Sprache gelernt haben, bilingual oder multilingual werden, und zwar dann, wenn sie einen hohen Beherrschungsgrad in der jeweiligen Sprache erreicht haben. Dieses Phänomen hat weitreichenden Einfluss auf aktuelle wissenschaftliche, gesellschaftliche und politische Debatten, z. B. die Debatte zur Integration neu zugewanderter Menschen.

Obwohl Mehrsprachigkeit global gesehen keine Ausnahme repräsentiert und als Gegebenheit wissenschaftlich gut erforscht ist, bestehen dennoch vielerorts Vorurteile, Irrtürmer und Unklarheiten darüber, was Mehrsprachigkeit ausmacht und wie sich diese auf den Spracherwerb sowie die Sprachnutzung potentiell auswirkt. Dies hängt u.a. auch mit der sogenannten Wertigkeit zusammen, die Sprecher: innen einer bestimmten Sprache zugewiesen wird, da damit z. B. in Bildungsinstitutionen und in gesellschaftlichen Kontexten sowie Diskursen eine Sprache auf- oder abgewertet werden kann.

In dem anvisierten, linguistisch verankerten Band wird das Phänomen Zwei- oder Mehrsprachigkeit in deutschsprachigen Kontexten im Fokus stehen. Dabei geht es sowohl um Settings, in denen Deutsch als Kontaktsprache dient, als auch um Kontexte mit Deutsch als Zweitsprache oder Fremdsprache. Die Betrachtungsweise kann diachron oder synchron sein. Es können unterschiedliche methodische Zugänge gewählt werden: empirische Fallstudien, experimentelle Studien, vergleichende Beschreibungsstudien, Berichte sowie Essays. Alle linguistischen Perspektiven sind willkommen: deskriptiv, typologisch, systemlinguistisch, soziolinguistisch, psycholinguistisch, neurolinguistisch, angewandt, pragmatisch, diskursanalytisch.

Folgende wissenschaftliche Bereiche sind für den geplanten Band von Interesse:

  • Bilingualismus / Multilingualismus – Grundbegriffe und – konzepte
  • Sprachverarbeitung
  • Code-Switching
  • Bilingualer Spracherwerb / Zweitspracherwerb/Fremdsprachenerwerb
  • Sprachkontakt
  • Wertigkeit von Sprachen
  • Kognitive und Neuronale Vorteile von Mehrsprachigkeit
  • Sprachverlust
  • Sprache und Identität
  • Sprachliche Norm
  • Sprachpolitik
  • Mehrsprachigkeit und kulturelle Einflüsse (z.B. Musik, Architektur, etc.)

 

Wir laden alle interessierten Wissenschaftler: innen ein, die zu diesen Themenbereichen forschen und an dem Band mitwirken wollen, an Barbara Mertins (barbara.mertinstu-dortmundde) ein einseitiges Abstract (max. 450 Wörter) mit Angabe des Titels und einer kurzen Inhaltsangabe zu schicken. Schwerpunktmäßig wird sich der Band mit dem mittel- und osteuropäischen Sprachraum auseinandersetzen.

Gerne kann dieser CfP auch an weitere LinguistInnen weitergeleitet werden.

Wir freuen uns auf Ihre Ideen und hoffen auf einen regen Austausch zum geplanten Band!

Sprache der Beiträge: Deutsch

Frist für die Abstracts: 01.11. 2022

Abgabe der ausgearbeiteten Beiträge (wenn Abstract angenommen): 31.01. 2023

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.